Mundgeruch
Überall auf der Welt leiden Menschen an Mundgeruch. Übelriechender Atem ist für die Betroffenen oft eine wahre Last, werden sie doch nicht selten von ihren Mitmenschen gemieden oder gar beschimpft. Dabei liegen die Ursachen für das Problem oft in einer unerkannten Erkrankung – mangelnde Hygiene des Mund- und Rachenraums jedenfalls sind nicht in jedem Fall der Grund für schlechten Atem, wie das vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag. Eine ganze Reihe von mitunter gefährlichen Ursachen kommt in Frage und sollte unbedingt abgeklärt werden.
Aus dem Blickwinkel der Chemie betrachtet entwickelt sich der unangenehme Mundgeruch durch flüchtige, in der Regel organische Verbindungen, die mit der Atemluft aus dem Körper gelangen. Bekannte Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Methaniol sind darunter, ebenso wie Stickstoffe und kurzkettige Fettsäuren. Zumeist durch bakterielle Zersetzung von Speiseresten oder abgestorbenes Gewebematerial entstanden, entfalten diese chemischen Produkten schließlich ihren beißenden Gestank.
Betroffene bemerken das Problem nicht
Oftmals bemerken die Betroffenen das Problem zunächst gar nicht. Da der Mensch an seinen eigenen Körpergeruch gewöhnt ist, nimmt er ihn nur sehr schwach oder eben überhaupt nicht wahr. Erst die seltsamen oder auch eindeutigen Hinweise unserer Mitmenschen lassen aufhorchen: Urteile über körperliche Ästhetik und entsprechende Reaktionen registriert der Mensch schließlich sehr genau, unsere evolutionär entwickelten Antennen überprüfen die soziale Umwelt diesbezüglich permanent. Freilich, beim Mundgeruch handelt es sich um ein besonders heikles Thema, Scham und Peinlichkeiten sind da geradezu unvermeidbar. Deshalb schweigen viele Menschen den Betroffenen gegenüber und selbst der Partner nimmt oft den Geruch – wahrscheinlich aus Liebe – in Kauf.
Mundgeruch ist vermeidbar
In den meisten Fällen ist Mundgeruch jedoch vermeidbar und leicht zu beheben – allerdings nur bei Kenntnis der Ursachen.
Es gibt auch keine Grenzen, vor denen der üble Atem halt macht, keine Kulturen oder Klimazonen, in denen die Menschen davor gefeit bleiben. Einige Untersuchungen berichten von etwa 6 Prozent der Weltbevölkerung, die mit diesem Problem zu kämpfen haben, mehr als ein Viertel klagt zu bestimmten Tageszeiten oder aufgrund gewisser Ereignisse über Mundgeruch.
Grundsätzlich gilt:
Jeder Atem riecht, entweder mehr oder weniger
Erst wenn die chemischen Verbindungen wirklich intensive Gestalt annehmen, wird der Geruch zum Gestank und erst dann wird er auch zur Belastung. Wissenschaftler stehen jedoch vor der Herausforderung, wirklich relevante Untersuchungsergebnisse überhaupt evaluieren zu können. Da, wie erwähnt, das Thema Mundgeruch selbst unter Ärzten nicht selten mit einem Tabu belegt ist, lassen sich kaum langfristige und vor allem aufschlussreiche Testreihen durchführen.
Und selbst in der Kulturgeschichte finden sich Hinweise auf die Dramatik des Mundgeruchs: Als in der griechischen Mythologie die Göttin Aphrodite einige ihrer Kultstätten auf Lemnos verwahrlost vorfand, bestrafte sie alle Frauen der Insel und verlieh ihnen übelriechenden Atem. Natürlich blieben die Gatten aus und befriedigten ihre Lust derweil mit Sklavinnen – was die Frauen zu einer gigantischen Mordaktion veranlasste.
Diese Berichte zeugen dann auch von der ungeheuren Bedeutung des Problems, durch alle Zeiten und Räume hindurch. Wer unter Mundgeruch leidet, sollte sich deshalb mit möglichen Therapien auseinandersetzen und im Zweifelsfall einen Arzt aufsuchen. Scheu oder gar Furcht sind nicht angebracht, schließlich kann Mundgeruch stets auch ein Hinweis auf gefährliche Erkrankungen, etwa des Magens oder der Leber, sein.
Ursachen für zeitweiligen Mundgeruch
Nicht jeder üble Atem ist chronisch. Vielmehr beobachtet jeder Mensch dieses Phänomen früher oder später an sich selbst oder er wird durch Hinweise aus seiner sozialen Umwelt darüber informiert. Geschieht dies und der Patient ist an einer Verbesserung interessiert, sollten zunächst die natürlichen und ungefährlichen Gründe überprüft werden. Der Arztbesuch oder gar eine medizinische Therapie sind erst bei wiederholtem Auftreten oder bei einer feststellbaren Verschlimmerung vonnöten.
So erwachen die allermeisten Menschen morgens mit einem unangenehmen Geschmack im Mund. Der Atem korreliert damit und ein unangenehmer Geruch ist die Folge. Freilich ist das auch völlig normal und ist auf den gewöhnlichen Rhythmus des Körpers zurückzuführen. In Ruhe, also auch während des Schlafens, atmen gesunde Menschen durch die Nase. Sowohl die Tätigkeit des Schluckens wie auch die der Speichelproduktion sind herabgesetzt, der Sauerstoffgehalt im Mundraum sinkt. Für anaerobe Bakterien sind das ideale Bedingungen, sie vermehren sich und werden am Morgen wahrnehmbar. Noch viel akuter wird das Problem für Menschen, der Atemtätigkeit aus irgendeinem Grund gestört ist. Sie atmen oft durch den Mund, die Nase ist verstopft und die Schleimhäute trocknen empfindlich aus. Auch dies ist für Bakterien ein idealer Nährboden – mit der Zeit verstärkt sich ihre Aktivität und damit auch ihr Geruch.
In solchen – völlig normalen und milden – Fällen hilft bereits das ausgiebige Zähneputzen am Morgen. Frische Zahncremes, die zudem oft mit speziellen chemischen Substanzen versetzt sind, säubern die Zähne und das Spülen mit Wasser reinigt die Mundhöhle, die Bakterienkultur wird nachhaltig gestört. Auch das eigentliche Frühstücken kann helfen: Laut einer Studie der Universität von Minnesota regt das Frühstück intensiv die körpereigene Speichelproduktion an, der schlechte Atem wird dadurch effektiv bekämpft. Natürlich ersetzt dies keineswegs die Zahnhygiene! Aber die Binsenweisheit, der Frühstück sei die wichtigste Mahlzeit des Tages, bewahrheitet sich dann auch an dieser Stelle – und sollte in jedem Fall berücksichtigt werden.
Selbstverständlich lauern im Alltag weitere Gefahren für den frischen Atem. An erster Stelle sind es die Nahrungsmittel, die zur unangenehmen Vermehrung von organischen Verbindungen führen oder die schlichtweg selbst einen intensiven Geruch entfalten. Klassiker auf diesem Felde, etwa der Knoblauch oder die Zwiebel, sind immerhin beliebte Lebensmittel, gesund und lebensnotwendig. Die daraus resultierende „Fahne“ ist völlig ungefährlich und wird auch selten als echte Belastung empfunden. Schließlich verschwindet der Geruch bald von selbst oder wird von anderen Gewürzen, Kräutern oder sonstigen Speisen überlagert.
Und auch das Rauchen verursacht schlechten Atem, zumindest zeitweilig. Gerne lagern sich dann Spuren des Nikotins auf der Zunge ab, weshalb sich ein Raucher recht einfach erkennen lässt: Der Geruch ist unverkennbar. Ähnliches gilt für den scharf duftenden Alkohol, der darüber hinaus noch für eine ganze Reihe von Problemen und Krankheiten verantwortlich ist.
Alle diese temporären und in der Regel wenig belastenden Faktoren lassen sich leicht beheben. Einfach vor dem Date oder der Besprechung die entsprechenden Speisen meiden, das Rauchen einstellen, den guten Schluck sich an anderer Stelle genehmigen – das war es.
Tritt der Mundgeruch jedoch öfters und vor allem unabhängig von diesen hier genannten Verursachern auf, sind andere Gründe verantwortlich. Eine genauere Beschäftigung mit dem Problem ist dann unabdingbar.
Lokale Gründe für den schlechten Atem:
Zähne und Zahnfleisch
Nicht jede Ursache für schlechten Atem ist chronisch oder gar gefährlich. Viele Ereignisse des Tages, etwa die Mahlzeiten oder die Party am Abend, verursachen unter Umständen Mundgeruch – vorübergehend. Wer hingegen dauerhaft darunter leidet, sollte sich ganz genau mit den möglichen Gründen beschäftigen und gegebenenfalls die entsprechenden Maßnahmen zur Beseitigung des Problems einleiten.
In fast 90 Prozent aller auftretenden Belastungen liegt die Ursache für unangenehmen Mundgeruch im Mund selbst oder auch im angrenzenden Rachenraum. Schon der Volksmund urteilt, dass schlechte Zähne zugleich miesen Atem begünstigen – und damit liegt diese pauschale Feststellung auch überhaupt nicht daneben. Mangelnde Hygiene im Mundbereich ist weit verbreitet und gilt vielen Menschen als nicht sonderlich wichtig. Stellvertretend dafür stehen die nicht selten vorhandene Faulheit oder eine zu geringe Sorgfalt beim Zähne putzen. Auch heute noch und auch in den entwickelten westlichen Industriestaaten sind viele Menschen schlichtweg zu bequem, sich mehrmals am Tag zu säubern, der Gang zum Zahnarzt findet manchmal nur bei echten Beschwerden statt. Die unausweichliche Folge solchen Verhaltens ist natürlich ein immer schlechter werdender Zahnstatus – und ein damit in Zusammenhang stehender Mundgeruch. Wie überall im Körper sind auch bei den Zähnen mangelnde Pflege oder eine Übertreibung, etwa durch dauerhaft überhöhten Zuckergenuss, für schwerwiegende Einschnitte verantwortlich.
So entwickelt eine Karies entsprechend organische Verbindungen, die unangenehm riechen können. Wurzelreste entzünden sich und verursachen schlechten Atem. Wer seine Zähne selten überprüfen lässt, wird vielleicht den Verfall früher eingesetzter Kronen oder Füllungen gar nicht bemerken, die Einnistung von Bakterienkulturen ist dann nur eine Frage der Zeit.
Oft sind jedoch erkrankte Zähne gar nicht vorhanden, der Mundgeruch hingegen sehr wohl. Woher kommt das? Ganz einfach: Speisereste, die sich zwangsläufig beim Essen in den Zähnen verfangen, werden auch bei sorgfältigem Putzen nicht immer entfernt. So vermag die gewöhnliche Zahnbürste zwar die Oberflächen der Zähne zu reinigen, die Zwischenräume bleiben freilich so gut wie unberührt. Dies hängt natürlich mit der Struktur einfacher Bürsten zusammen, aber auch mit der falschen Putz-Technik. Elektrische Zahnbürsten bieten demgegenüber das richtige Drehmoment, sind aber ebenso oft nicht ausreichend. Sammeln sich die Essensreste an, gleich ob zwischen den Zähnen oder in Zahnfleischtaschen, übernehmen Bakterien die Zersetzung und zugleich die Besiedelung. Da hilft dann nur die vollständige Entfernung, also der Einsatz von Zahnseide und Spülungen, schließlich neigen Bakterien immer wieder zur rasanten Vermehrung.
Eine andere lokale Ursache ist das Zahnfleisch selbst. Ist es gereizt oder gar entzündet, sind Gerüche die Folge. Zahnfleischblutungen sind relativ häufig und gelten als geradezu klassischer Grund für Mundgeruch. Eine (zudem sehr schmerzhafte) Wurzelentzündung tut ihr übriges. All diese Phänomene, vom Mediziner etwa als Stomatitis, Gingivitis oder Parodontitis bezeichnet, können schwerwiegende Folgen haben und den eigenen Atem nachhaltig belasten.
Neben der noch genauer zu besprechenden Pflege und Hygiene der Zähne und des Zahnfleisches ist natürlich in einigen Fällen auch der Gang zum Zahnarzt ratsam. Manche Ursachen wie Parodontose, bei welcher der Zahnhalteapparat angegriffen ist, lassen sich im Privaten und mit Hausmittelchen kaum beheben, zumal sie auch langfristige Schäden anrichten, die dann nur unter großem Aufwand behoben und nicht selten nur durch eine Entfernung der betroffenen Zähne bekämpft werden können. Eine nachhaltige und bewußte Zahnpflege ist freilich immer angebracht.
Lokale Gründe für Mundgeruch – Speisen und Zungenbelag
Neben vielen Ursachen des Alltags, die einen zeitweilig schlechten Atem zur Folge haben, rührt die chronische Entwicklung von Mundgeruch vor allem vom Mundraum her. Neben den Zähnen und dem Zahnfleisch ist es vor allem die Aufnahme von Speisen, die unangenehme Gerüche entfaltet.
Da der Mundraum von zig Millionen Bakterien besiedelt wird, ist sein Terrain natürlich auch idealer Nährboden für die Ausbreitung übelriechender Stämme. Normalerweise zersetzen die Mikroben abgestorbene Zellen und Essensreste, die daraus resultierenden Schwefelverbindungen belasten die Atemluft. Bleiben Reste in den Zähnen oder im Zahnfleisch länger als gewöhnlich hängen, finden Bakterien eine dauerhafte Beschäftigung, die Produktion von Verbindungen kommt überhaupt nicht mehr zum erliegen und läuft auf Hochtouren. Werden die Reste entfernt, verschwindet auch der Geruch.
Nicht so einfach ist es freilich mit dem Eigengeruch vieler Lebensmittel. Manche Speisen sind so Geruchs intensiv, dass sie sogar aufgrund dessen qualitativ bewertet werden. Denken wir nur an Käse oder Wein! Grundsätzlich jedoch gilt: Eiweißreiche Nahrung verursacht überproportional schlechten Atem, vegetarische Lebensmittel hingegen dämpfen dieses Problem. Ein Joghurt beispielsweise belastet den Atem nachhaltiger als ein Apfel – vor allem wenn die Speisereste sich dann noch zusätzlich in den Zähnen einnisten und bei mangelnder Mundhygiene erstmal nicht entfernt werden. Ebenso beharren Knoblauch- oder Zwiebelgerüche recht beständig, die darin enthaltenen Allyl-Methyl-Sulfide zeichnen dafür verantwortlich.
Auch die Zunge ist natürlich Träger unzähliger Bakterien. Zum einen gelangt alles, was der Mensch durch den Mund aufnehmen mag, über ihre Fläche, zum anderen wandern Bakterien aus der Speiseröhre und dem Magen immer wieder nach oben. Die Zunge ist ein wahres Sammelsurium für Spuren solcher Geschehnisse – und deshalb auch ein bedeutsamer Faktor für Mundgeruch.
In letzter Zeit wurden dazu einige Untersuchungen durchgeführt und die Ergebnisse an die Gesundheits- und Kosmetikindustrie weitergegeben. So gelangen immer mehr Zungenschaber, Reiniger oder speziell gestaltete Zahnbürsten in die Regale der Drogerien, die Kunden greifen begierig zu. Und sicher ist das ein Vorteil, lassen sich doch mittels der neuen Geräte Zunge und Zungenrücken zum Teil effektiv reinigen.
Annähernd 80 Prozent der Schwefel produzierenden Mikroben findet sich auf dem Zungenrücken. Gerade der hintere Abschnitt, in der Regel etwas rauer und damit mit winzigen Taschen ausgestattet, bietet sich dafür hervorragend an. Eine intensive Reinigung ist zu empfehlen, die Zunge wird besser durchblutet und Zellreste lassen sich leicht entfernen. Menschen, deren Zunge aus welchen Gründen auch immer sehr belegt ist, haben eine um das 25fache höhere Bakterienbelastung als andere. Natürlich, keine Zunge ist ohne Belag – aber manche sind besonders belastet. Sie benötigen dann auch eine besonders sorgfältige und nachhaltige Pflege. An jeder Stelle, so die Fachleute, sollte ein rosa Schein erkennbar sein. Ist dies auch nach dem Putzen nicht gegeben, liegt wahrscheinlich eine tiefere Erkrankung vor – oder simpler Flüssigkeitsmangel.
Der Speichel als Körper- eigene Putztruppe schwemmt Bakterien und Reste von Nahrungsmittel fort, ist sein Fluss gestört, entwickeln sich die Mikroben ungehemmt. Rauchen, langes Reden oder die (krankhafte) Mundatmung führt zum Belag – und damit unausweichlich auch zum Mundgeruch.
Ein permanent in Bewegung gehaltener Speichelfluss ist deshalb unbedingt notwendig und sollte etwa durch ausreichendes Trinken oder auch Kaugummi-Kauen unterstützt werden.
Systemische Ursachen für Mundgeruch
Neben zahllosen temporären Gründen, die etwa aus dem Alltag mit seinen kulinarischen Versuchen resultieren, ist der chronische Mundgeruch in sehr vielen Fällen auf Störungen im Mundbereich zurückzuführen. Doch das gilt nicht immer und sollte in jedem Fall untersucht werden. Denn der üble Atem kann auch auf schwerwiegende Erkrankungen hinweisen, die in der Regel überhaupt nichts mit Zähnen, Zahnfleisch oder der Zunge zu tun haben.
Als ein Phänomen des Übergangs hin zur systemischen Belastung ist zunächst eine Entzündung im Rachen zu bezeichnen. Die Mandeln etwa liegen im Rachen, eine Entzündung kann schnell üble Gerüche entfalten. Sind sie chronisch gereizt, siedeln sich natürlich Bakterien an und wie bei den von Karies heimgesuchten Zähnen entstehen Verbindungen mit Schwefelgehalt. Freilich lässt sich dieses Phänomen leicht feststellen, es wird deshalb noch als lokal bezeichnet. Der Arzt wird entsprechende Maßnahmen einleiten und im Notfall eine Entfernung der Mandeln veranlassen – ein recht einfacher und mittlerweile routinemäßiger Vorgang.
Nicht mehr eindeutig lokalisierbar und deshalb auch schwieriger zu behandeln sind Ursachen, die an ganz anderen Stellen ihre verheerenden Einflüsse ausbilden. Erstaunlicherweise fallen Diabetes, Leberzirrhose oder ein akutes beziehungsweise chronisches Nierenversagen in diese Kategorie. Auch eine Störung der Darmflora kann Mundgeruch verursachen. Durch den Abgleich und die Analyse der Atemluft lässt sich der Verursacher feststellen. Flüchtige Substanzen gelangen in die Blutbahn und werden über die Lunge aus geatmet. Sie haben je nach Erkrankung eine spezifische Geruchsnote, die sich manchmal sogar ohne Labortest feststellen lässt.
Darüber hinaus empfiehlt sich bei anhaltend schlechtem Atem ein Gang zum Hals-Nasen -Ohren Arzt. Der untersucht natürlich die Mandeln, kann aber zugleich solch komplizierte Vorgänge wie eine Fehlbesiedelung der Nasenschschleimhaut oder gar eine nachhaltige Zerstörung dieser Flora diagnostizieren. Manchmal läuft auch das Nasensekret in den Rachen und begünstigt das Entstehen von übelriechenden Prozessen.
Immer wieder ist zudem der Magen an der Entstehung von Mundgeruch beteiligt. Jeder, der schon einmal am eigenen Aufstoßen geschnuppert hat, kann dies wahrscheinlich nachvollziehen. Spätestens der empörte Ausruf des genervten Nachbarn informiert über einen schlechten Luftausstoß. Freilich muss dieser nicht immer Hinweise auf eine Erkrankung beinhalten! Denken wir nur an den Rülpser nach der Flasche Bier oder nach einer üppigen Mahlzeit. Eine chronische Gastritis oder eine Über- wie Untersäuerung kommen demgegenüber als krankhafte Ursachen in Frage. Simple Magen-Darm Infektionen, etwa mit Helicobacter pylori, sind ebenfalls Gründe für Mundgeruch.
Nicht zuletzt sei noch auf eine Erkrankung der Lunge hingewiesen. Es heißt sogar, ab einem bestimmten Stadium könne der behandelnde Mediziner den Lungenkrebs – Patienten am Geruch erkennen, die Eiterherde auf dem Atmungsorgan sind dann bereits besonders aktiv, geschwürige Tumore sowieso.
All diese Erkrankungen müssen, so sie denn als Ursache für den chronisch schlechten Atem feststehen, natürlich entsprechend behandelt werden. Nur eine gezielte Therapie hilft – wobei selbstverständlich der schlechte Atem keineswegs das wichtigste ist, was es zu heilen und zu verbessern gilt! Mundgeruch ist Ausdruck solcher Krankheiten und sollte deshalb unbedingt ernst genommen werden.
Gleichfalls als systemische Ursache, wenn auch zunächst nicht so bedrohlich wie die erwähnten Erkrankungen, ist die dauerhafte Einnahme von Medikamenten oder eine medizinische Bestrahlung zu bezeichnen. Ist zum Beispiel durch Antibiotika die Darmflora geschädigt, wird diese durchlässiger für alle möglichen Moleküle – und damit auch für deren übel riechende Verbindungen.

